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Fremdsprachenunterricht

Sie sind im Bereich des Fremdsprachenunterrichts tätig?

Sehr geehrte Dame, sehr geehrter Herr,

liebe/r Besucher/In aus dem Kreise all jener Personen, die im Bereich des Lehrens tätig sind, egal in welcher Position, egal in welcher Institution.

Gestatten Sie mir bitte folgende Bemerkungen, die mir im Zusammenhang mit dem Lehren und Erlernen von Fremdsprachen und mit meiner Homepage ganz wichtig erscheinen:

Es liegt mir völlig fern, irgend jemandem von Ihnen zu nahe treten zu wollen, irgend eine Person zu verunglimpfen oder was weiß ich auch sonst immer.

Selbstverständlich bin ich mir stets dessen bewusst, dass der überwiegende Großteil von Ihnen gute oder auch hervorragende Arbeit leistet, die jedoch aufgrund sozialer ebenso wie rechtlicher Rahmenbedingungen immer schwieriger zu bewerkstelligen ist. Sehr viele von Ihnen sind höchst engagiert und tun im Rahmen Ihrer Möglichkeiten Ihr Bestes. Ich bin auch davon überzeugt, dass unsere Gesellschaft Ihnen dies zu danken weiß, selbst dann, wenn Sie persönlich das viel zu wenig zu spüren bekommen dürften.

Wenn ich dennoch vieles beanstande und noch mehr davon hier kritisch betrachten und kommentieren werde, so trage ich einfach der Realität Rechnung. Denn wenn Sie sich all die Fakten einmal näher betrachten – ich nehme hier davon Abstand, sie zu nennen – dann werden auch Sie mir zugestehen müssen, dass im Hinblick auf all die Anstrengungen und Versuche, den Menschen auf diesem Planeten das umfassende Wissen von Fremdsprachen und deren Erlernen entsprechend näher zu bringen, die Ergebnisse tatsächlich schütter sind, um nicht zu sagen, erschütternd.

Dies liegt selbstverständlich nicht an Ihnen, sondern global gesehen an all den Schulsystemen, die vorherrschen. Soweit mir bekannt gibt es keines, in dem man – von Anfang an, wohlgemerkt - vor allem lernt, zu denken, zu hinterfragen, systematisch Entscheidungen herbeizuführen, konfliktfreie Kommunikation zu üben (ein Schlagwort von hoher Aktualität) und vor allem auch, die Standpunkte und Ansichten der Mitmenschen zu verstehen und möglichst auch zu akzeptieren.

Dies liegt an dem Jahrtausende alten System, welches der Politik und der Religion vor allem zu einem diente, und dies bis heute unverändert so geblieben ist:  Dem Machtstreben und dem bedingungslosen Erhalten derselben, jenseits aller Staats- und Regierungsformen. Kurz und bündig gesagt:  Dies ist die kürzestmögliche Fassung der Geschichte des homo sapiens. Eine Evolution in die Richtung emotionaler Intelligenz ist hier auch nicht ansatzweise zu erkennen.

In allen Bereichen menschlichen Lebens wären gravierende Änderungen erforderlich, um das Leben auf der Erde für alle Bewohner lebenswert und menschengerecht zu gestalten. Daran sollte eigentlich kein Zweifel bestehen. Ich selbst kann dazu nur sehr gering beitragen. Dazu habe ich eben ein Gebiet gewählt, welches mir einerseits sehr am Herzen liegt und wo ich andererseits doch glaube, etwas beitragen zu können, so gering es auch sein und scheinen mag. So arbeite ich seit zwei Jahren an einem Ratgeber zum Fremdsprachenlernen und hoffe, das Schreiben des Buches noch heuer abschließen zu können. Durch meine Internet-Recherchen hat sich jedoch auch meine Sicht der Dinge wieder etwas geändert, dies hat meinen Zeitplan auch gehörig durcheinander gebracht. 

Notwendig ist das aus meiner Sicht auf jeden Fall: Wenn ein Schüler der sechsten Schulstufe beim Abprüfen von Vokabeln sagt: „Das weiß ich nicht, macht aber überhaupt nichts, denn das sind die Vokabeln vom Vorjahr“ oder sich überrascht zeigt, dass das Verb „to learn“ nicht unbedingt immer „lernen“ heißen muss, sondern dass bestimmte Wörter auch eine andere oder eine ganz andere Bedeutung haben können, in diesem Falle eben  „erfahren“, wenn ihm also Teile von Grundwerten einer Fremdsprache fehlen, kann es nicht alleine an seinem eigenen Leistungsvermögen liegen. Wenn man sich dann noch die Qualität seiner „Vokabel-Arbeitsblätter“ ansieht, kommen schon starke Zweifel an der Effizienz des Fremdsprachenunterrichts zu Tage.

Nun, wenn Sie die „internationale Ausgabe“ dieser Homepage schon besucht haben, werden sicher auch Sie feststellen, dass es mit meinen eigenen Englischkenntnissen nicht allzu weit her ist. Ich bedauere sehr, dies gestehen zu müssen. Einer der Gründe dafür ist allerdings, dass ich einerseits schon immer die Grammatik vernachlässigt habe, wozu mich mein Sprachengefühl in der Muttersprache verleitet hat. (Umso mehr weiß ich, wie wichtig die Grammatik eigentlich wirklich ist.) Zum anderen habe ich die englische Sprache – eine jener Sprachen, die ich wirklich sehr liebe – seinerzeit sowohl aufgrund intensiver beruflicher Tätigkeit als auch aufgrund der Zweckmäßigkeit des Erlernens der tschechischen Sprache entscheidend vernachlässigt. 

Überdies war ich stets ein schlechter Schüler und hatte echte Erfolgserlebnisse nur in zwei Fächern: Deutsch und Englisch. Dass es anders auch geht, durfte ich anhand der Lernerfolge  meiner beiden Töchter miterleben. Sie haben beide erfolgreich studiert und zuvor die Matura ebenso erfolgreich abgeschlossen. Die Jüngere mit dem Notendurchschnitt von 2,1 und die Ältere mit jenem von 1,0, und dies jenseits allen sogenannten Strebertums!

In diesem Sinne bitte ich jede/n Einzelnen von Ihnen, jegliche Form von Kritik nicht als persönlich zu erachten und zu empfinden. Ich selbst werde versuchen, alles daran zu setzen, diese auch entsprechend zu formulieren. Bitte halten Sie mir auch zugute, dass ich auf Kooperation aus bin, nicht auf Konfrontation. Und wenn letztere – abseits aller erhoffter Diskussionen - für Sie dennoch unumgänglich sein sollte, dann zumindest auf einem Niveau, welches uns allen gerecht wird.

Herzlichen Dank für Ihr Bemühen, meine Ausführungen fertig zu lesen ebenso wie für Ihr Verständnis, welches Sie diesen entgegenzubringen vermögen.

Stefan Svec

PS.:  Ein wenig Erfahrung im Hinblick auf aktive Ausbildung habe ich auch dadurch, dass ich Rahmen eines großen Betriebes der früheren verstaatlichten Industrie Österreichs im Rahmen der Lehrlingsausbildung tätig war. Ich war einer der ersten Lehrlingsausbilder, die 1979 im Rahmen der neu geschaffenen Gesetze die zugehörige Prüfung abgelegt haben. Damals war diese auch noch etwas wert, im Gegensatz zu heute, wo man einfach froh ist, Lehrlinge irgendwo unterbringen zu können, um die Statistiken zu schönen.

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Aktualisiert:  2009-01-03   -   Upload:  2008-01-19

 

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